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VORGESCHICHTE

Die Geschichte der Stiftung BRÜCKEN IN DIE ZUKUNFT ist stark geprägt von den Aktivitäten des Jesuitenpaters Theobald Rieth SJ. Die Chronik reicht zurück bis in das Jahr 1947.

1947

Verteilung Ostvertriebener auf deutsche Familien unter dem Motto: "Heimat Ost verloren -  Leben West gewonnen"

1951

Pater Rieth begann mit Workcamps auf Soldatenfriedhöfen unter dem Motto: "Versöhnung über den Gräbern"die europäisch sozial-orientierte Jugendarbeit. Es waren die ersten europäischen Jugendbegegnungen nach dem 2. Weltkrieg. Höhepunkt der Aktionen war ein Workcamp mit rd. 450 Teilnehmern aus 13 Nationen und einem Besuch des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss.

              

            Besuch des Bundespräsidenten Heuss                                                   Am Wall

In den Folgejahren wurden die Workcamps vom "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" unter dem Motto "Versöhnung über Gräbern - Arbeit für den Frieden fortgeführt.

1974

erfolgte der Ausbau einer einsamen Berghütte in 1600 m Höhe in den Alpen als Beispiel für ein "autarkes Gemeinwesen" und als Lernfeld zur personalen Stabilisierung und sozialen Integration sozial benachteiligter Jugendlicher. Damit erfolgten Beiträge unter dem Motto: "Versöhnung ohne Klassenkampf".

           

Während des Hüttenausbaus

1978

wurde das Motto "Versöhnung" neu definiert durch"Engagement für Versöhnung zwischen Konfessionen"in Angeboten zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration perspektivloser Jugendlicher aus Irland und terrorbelasteter junger Katholiken und Protestanten aus Nordirland.

1986

wurde in Aachen das "Josefshaus", ein alter Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert, zusammen mit dem Kolping-Bildungswerk renoviert. Dies waren die Anfänge für eine "Europäische Bauhütte", die 1993 mit Partnern aus West- und Osteuropa gegründet wurde, um arbeitslosen jungen und älteren Menschen durch Sanierung historischer Gebäude Chancen zu einer beruflichen Wiedereingliederung zu bieten. So begann für uns "Versöhnung zwischen West- und Osteuropa".

Josefshaus, Aachen

Sein europäisches Engagemennt seit Kriegsende bündelte Pater Rieth in der Arbeit des Vereins Initiaive Christen für Europa (ICE), den er bis 2003 leitete.

1988

begann er in der Arbeitsstelle der Jesuiten in Aachen das europaweite Freiwilligenprojekt "Brücken bauen in Europa - Freiwillig Teilen und Dienen" in 4 Ländern Westeuropas. 

1991

wurden die Freiwilligendienste auf Mittel-Ost-Europa (MOE) ausgeweitet. In diesem Jahr leisteten 48 deutsche Freiwillige in 9 europäischen Ländern ihren Dienst und 8 Freiwillige aus europäischen Nachbarländern in Deutschland. Bisher haben über den ICE rd. 2.000 Freiwillige im Alter von 18-25 Jahren in Alten- und Behindertenheimen, in Obdachlosen- und Jugendzentren in mehr als 20 west- und osteuropäischen Ländern einjährige soziale Dienste geleistet.

Freiwilligendienst des ICE in europäischen Ländern

1992

Aufbau des Hans-und-Sophie-Scholl-Hauses in Dresden und dessen Ausbau zum europäischen Bildungszentrum mit Schwerpunkt Europäische Freiwilligendienste.

    

Hans-und-Sophie-Scholl-Haus, Dresden

Die beispielhaften Projekte führten zu Ehrungen für Pater Rieth und für das Freiwilligenprojekt des ICE:

  • 1995     Theodor-Heuss-Medaille für "Taten der Versöhnung 50 Jahre nach     Kriegsende", verliehen von der Theodor-Heuss-Stiftung
  • 1995     Prix pour la lutte contre l'excursion", verliehen durch die Bürgerinitiative "Alliance des Organisations Citoyennes" in Lille
  • 1996     Preis für "vorbildliche polnisch-deutsche Jugendprojekte" durch die Körber-Stiftung, Hamburg
  • 1997     Die King-Baudouin-Foundation, Brüssel, wertet im "Youth Action Europa"-Projekt die Ideen und Taten als beispielhafte grenzüberschreitende soziale Projekte

2004

initiierte Pater Rieth die Gründung der ICE-Stiftung "BRÜCKEN IN DIE ZUKUNFT - Stiftung für Bildung und Solidarität in Europa", um die europaweiten Freiwilligendienste ideell und materiell sichern zu helfen und europäische Partnerschaften zur Förderung junger Führungskräfte in Europa aufzubauen unter dem Motto: "Nur gemeinsam wächst Europa". Mit dieser Intention wurden Bildungsprojekte und Solidaritätsaktionen begonnen, um zur Versöhnung zwischen ost-, mittel-ost-europäischen Ländern und Deutschland und zum Prozess der Einigung Europas beizutragen.

2007

Als Anerkennung für alle Beiträge zur europäischen Einigung seit Kriegsende lud die Bundeskanzlerein Dr. Angela Merkel als Vorsitzende des Europäischen Rates Pater Rieth nach Berlin ein zum Empfang anläßlich des Treffens der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge.

2008

wird die operative Ausrichtung der Stiftung "Brücken in die Zukunft" stark bestimmt durch Impulse zur Bildung von Partnerschaften zwischen ost- und westeuropäischen Institutionen, um junge Führungskräfte für die gesellschaftliche Mitgestaltung Europas zu fördern unter dem Motto: "Versöhnung stärkt Europa".

2009

Das Bildungshaus der Stiftung in Lohhof soll den Namen "Edith-Stein" tragen. Der Name erinnert an eine junge Frau im 20. Jahrhundert, die politischer Willkür und Menschenverachtung widerstand. Ihren Widerstand bezahlte sie mit dem Tod im KZ. Sie kam aus einer jüdischen Familie und starb in Treue zu ihrem frei gewählten Bekenntnis zu Jesus Christus.